B2 Dinleme Sınavı (Hören)Goethe-Zertifikat B2 · Modul Hören — resmî Modellsatz düzeninde tam deneme
Gerçek sınavdaki dört bölümün tamamı: beş kısa konuşma ve açıklama, bir bilim insanıyla radyo röportajı, üç kişilik bir radyo tartışması ve kısa bir konferans. 30 madde, yaklaşık 40 dakika. Bitirince puanınızı Goethe ölçeğinde (100 üzerinden), her yanlışın gerekçesini ve kayıtların tam metnini görürsünüz.
Gespräche und Äußerungen
Sie hören fünf Gespräche und Äußerungen. Sie hören jeden Text einmal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung. Lesen Sie jetzt das Beispiel. Dazu haben Sie 15 Sekunden Zeit.
Beş kısa konuşma ya da açıklama dinleyeceksiniz. Her metni bir kez dinlersiniz. Her metne iki madde düşer: önce bir doğru/yanlış ifadesi (Richtig/Falsch), sonra a, b, c seçenekli bir soru. Önce kısa kaydıyla verilen örneğe (Beispiel) bakın.
Beispiel
📄 Transkript
Frau Albers: Sportverein Blau-Weiß, Albers, guten Tag. Herr Wendt: Guten Tag, Wendt hier. Gibt es bei Ihnen im Winter eigentlich auch ein Lauftraining in der Halle? Frau Albers: Ja, dienstags und donnerstags abends. Die Termine stehen ab Oktober auf unserer Website. Herr Wendt: Und dann kann ich mich gleich online anmelden? Frau Albers: Beim Hallentraining leider nicht, da sind die Plätze begrenzt. Dafür müssten Sie persönlich in der Geschäftsstelle vorbeikommen. Herr Wendt: Alles klar, dann komme ich vorbei. Danke!
0 Der Mann interessiert sich für ein Sportangebot.
Text 1
📄 Transkript
Reporter: Wie schalten Sie nach der Arbeit ab? Passantin: Ich gehe zweimal pro Woche in eine Töpferwerkstatt. Am Anfang hab ich gedacht, das ist nichts für mich – ich hab zwei linke Hände. Aber genau das ist der Punkt: Wenn ich an der Drehscheibe sitze, muss ich mich so konzentrieren, dass ich an nichts anderes mehr denken kann. Im Büro hab ich den ganzen Tag mit Zahlen zu tun, da tut es gut, mal was mit den Händen zu machen. Ob die Schalen schön werden? Das ist mir eigentlich egal.
1 Die Frau erzählt von ihrem Beruf als Töpferin.
2 Am Töpfern gefällt der Frau, …
Text 2
📄 Transkript
Moderatorin: Und jetzt unsere Verbraucherrubrik. Immer mehr Bäckereien und Restaurants verkaufen am Abend übrig gebliebenes Essen günstig über eine App. Bei mir ist der Verbraucherberater Thomas Kraus. Herr Kraus, lohnt sich das? Herr Kraus: Für die Kundschaft durchaus. Man zahlt oft nur ein Drittel des normalen Preises. Der Haken ist: Man weiß vorher nicht genau, was in der Tüte steckt. Wer also fürs Abendessen etwas Bestimmtes braucht, ist im Supermarkt besser aufgehoben. Und für die Betriebe? Da geht es erstaunlicherweise kaum ums Geld. Manche hoffen zwar, so neue Stammkunden zu gewinnen, aber das klappt eher selten. Die meisten sagen mir ganz einfach: Es tut ihnen weh, gutes Brot wegzuwerfen.
3 Der Mann spricht über Vor- und Nachteile eines Angebots für Verbraucher.
4 Warum machen viele Betriebe bei solchen Apps mit?
Text 3
📄 Transkript
Tobias: Na, Lena, wie war dein Sprachurlaub in Valencia? Lena: Gemischt, ehrlich gesagt. Der Kurs selbst war super – kleine Gruppe, total engagierte Lehrerin. Aber die Gastfamilie … die waren nett, aber fast nie zu Hause. Abends hab ich also kaum Spanisch gesprochen. Tobias: Oh, schade. Und hat es trotzdem was gebracht? Lena: Doch, schon. Am meisten gelernt hab ich aber am Wochenende, als wir mit ein paar Leuten aus dem Kurs ans Meer gefahren sind. Da haben wir ausgemacht: nur Spanisch, auch untereinander. Nächstes Mal suche ich mir lieber mit anderen aus dem Kurs eine kleine Wohnung.
5 Die Frau war mit ihrem Sprachaufenthalt rundum zufrieden.
6 Am meisten Spanisch gelernt hat die Frau …
Text 4
📄 Transkript
Und nun eine Meldung aus der Region. In Kirchberg dürfen die Bürgerinnen und Bürger in diesem Jahr zum ersten Mal selbst mitentscheiden, wofür ein Teil des städtischen Haushalts ausgegeben wird. Insgesamt stehen 250.000 Euro zur Verfügung. Vorschläge konnte jeder über eine Internetseite einreichen – mehr als 400 sind eingegangen, von neuen Spielplätzen bis zu Trinkbrunnen in der Innenstadt. Ursprünglich wollte die Stadtverwaltung die besten Ideen selbst auswählen. Nach Kritik aus dem Stadtrat stimmen jetzt aber die Einwohnerinnen und Einwohner im Mai direkt darüber ab.
7 In der Meldung geht es darum, wie Einwohner bei städtischen Ausgaben mitreden können.
8 Über die eingereichten Vorschläge entscheidet …
Text 5
📄 Transkript
Jana: Lukas, hast du schon gehört? Frau Roth geht Ende des Monats in Rente. Lukas: Ja, hab ich. Wir sollten was für sie organisieren, oder? Immerhin war sie zwanzig Jahre unsere Chefin. Jana: Die anderen haben schon Geld gesammelt, und Blumen sind auch bestellt. Lukas: Und ein Geschenk? Vielleicht ein Gutschein? Jana: Ach, Gutscheine sind so unpersönlich. Ich dachte eher an ein Fotobuch mit Bildern von unseren Betriebsausflügen. Nur – ich hab kaum Fotos. Lukas: Kein Problem, ich frage mal in der Buchhaltung, die haben bestimmt welche. Und machen wir ein Abschiedsessen? Jana: Hm, sie mag keinen großen Rummel. Lieber Kaffee und Kuchen hier im Büro.
9 Die beiden Kollegen planen den Abschied ihrer Vorgesetzten.
10 Für das Geschenk fehlen noch …
Interview
Sie hören im Radio ein Interview mit einer Persönlichkeit aus der Wissenschaft. Sie hören den Text zweimal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung. Lesen Sie jetzt die Aufgaben 11 bis 16. Dazu haben Sie 90 Sekunden Zeit.
Radyoda bir bilim insanıyla yapılmış röportajı dinleyeceksiniz. Metni iki kez dinlersiniz. Her soruda doğru seçeneği işaretleyin. Önce 11–16 arasındaki soruları okuyun (gerçek sınavda 90 saniye).
📄 Transkript
Moderator: Herzlich willkommen zu „Wissen am Mittag“. Mein Gast heute ist die Sprachwissenschaftlerin Dr. Henrike Vogt. Sie forscht seit über fünfzehn Jahren dazu, wie Kinder mit mehreren Sprachen aufwachsen. Frau Vogt, herzlich willkommen. Frau Dr. Vogt: Danke für die Einladung. Moderator: Viele Eltern, die zwei Sprachen sprechen, fragen sich: Wie mache ich das richtig? In Ratgebern liest man, man solle möglichst früh mit der zweiten Sprache anfangen und jede Bezugsperson solle konsequent nur eine Sprache mit dem Kind sprechen. Frau Dr. Vogt: Ja, vor allem die zweite Regel – eine Person, eine Sprache – hören Eltern sehr häufig. Sie kann funktionieren, aber sie ist kein Muss. Viel wichtiger ist, dass Eltern mit ihrem Kind in der Sprache reden, in der sie sich wirklich zu Hause fühlen. Wer eine Sprache verwendet, die er selbst nicht gut beherrscht, gibt dem Kind ein ärmeres Vorbild: weniger Wörter, weniger Gefühl, weniger Witz. Moderator: Nun beobachten Eltern oft, dass ihr Kind beide Sprachen wild durcheinander benutzt. Ein Satz beginnt auf Deutsch und endet auf Türkisch. Muss man sich da Sorgen machen? Frau Dr. Vogt: Nein, überhaupt nicht. Viele Eltern befürchten, ihr Kind sei überfordert oder könne die Sprachen nicht auseinanderhalten. Meistens ist das Gegenteil der Fall: Die Kinder wissen sehr genau, mit wem sie wie sprechen können. Das Mischen gehört ganz normal zur Entwicklung dazu – und übrigens machen das auch Erwachsene ständig, wenn sie zwei Sprachen sprechen. Moderator: Ein anderer Vorwurf lautet, mehrsprachige Kinder hätten einen kleineren Wortschatz. Frau Dr. Vogt: Das hört man oft, und es stimmt nur, wenn man falsch zählt. Wenn Sie nur die deutschen Wörter eines Kindes zählen, kann es tatsächlich sein, dass es da etwas weniger kennt als ein gleichaltriges einsprachiges Kind. Aber ein Teil seines Wortschatzes steckt eben in der anderen Sprache. Rechnet man beide zusammen, liegen die Kinder in der Regel gleichauf. Im Deutschen holen sie in der Schule meist schnell auf. Moderator: Man liest auch immer wieder, Mehrsprachigkeit mache Kinder klüger. Ist da was dran? Frau Dr. Vogt: Da muss ich ein bisschen bremsen. Es gibt Studien, die Vorteile zeigen, andere Studien finden solche Effekte nicht. Die Forschung ist sich da schlicht nicht einig. Ich würde Eltern auch davon abraten, ihr Kind zweisprachig zu erziehen, nur weil sie sich bessere Schulnoten versprechen. Der eigentliche Gewinn ist ein anderer: Das Kind kann mit seiner ganzen Familie sprechen. Moderator: Woran arbeiten Sie gerade? Frau Dr. Vogt: Wir begleiten zurzeit Grundschulen, in denen Kinder zusätzlich Unterricht in ihrer Familiensprache bekommen. In manchen dieser Klassen werden über fünfzehn Sprachen gesprochen. Uns interessiert vor allem eine Frage: Profitiert auch das Deutsche davon, wenn ein Kind in seiner Familiensprache lesen und schreiben lernt? Erste Ergebnisse deuten darauf hin, aber für eine sichere Antwort ist es noch zu früh. Moderator: Zum Schluss eine ganz praktische Frage: Was sollen Eltern tun, wenn ihr Kind irgendwann sagt, ich will nur noch Deutsch sprechen? Frau Dr. Vogt: Das passiert oft im Schulalter. Manche Eltern reagieren dann mit Druck, andere geben auf und sprechen selbst nur noch Deutsch. Beides halte ich für unglücklich. Besser ist es, Situationen zu schaffen, in denen die Familiensprache wirklich gebraucht wird, etwa Ferien bei den Großeltern oder Videoanrufe mit den Cousins. Wenn ein Kind merkt, dass es mit der Sprache etwas erreichen kann, kommt die Motivation oft von allein zurück. Moderator: Frau Vogt, vielen Dank für das Gespräch. Frau Dr. Vogt: Sehr gern.
11 Frau Vogt empfiehlt Eltern, …
12 Wenn Kinder zwei Sprachen in einem Satz mischen, ist das nach Ansicht von Frau Vogt …
13 Was sagt Frau Vogt über den Wortschatz mehrsprachiger Kinder?
14 Auf die Frage, ob Mehrsprachigkeit klüger macht, antwortet Frau Vogt, dass …
15 In ihrem aktuellen Projekt untersucht Frau Vogt, …
16 Was rät Frau Vogt Eltern, deren Kind nur noch Deutsch sprechen will?
Diskussion
Sie hören im Radio ein Gespräch mit mehreren Personen. Die Personen sprechen über ein Leben ohne eigenes Auto. Sie hören den Text einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe: Wer sagt das? Lesen Sie jetzt die Aufgaben 17 bis 22. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Radyoda birkaç kişinin katıldığı bir sohbet dinleyeceksiniz; konu kendi arabası olmadan yaşamak. Metni bir kez dinlersiniz. Her ifade için seçin: Bunu kim söylüyor? Önce 17–22 arasındaki ifadeleri okuyun (gerçek sınavda 60 saniye).
0 In Städten leben zunehmend Menschen ohne eigenes Auto.
📄 Transkript
Moderatorin: Guten Abend und willkommen bei „Stadt, Land, Leute“. In vielen Großstädten verzichten inzwischen erstaunlich viele Haushalte auf ein eigenes Auto. Aber geht das wirklich überall? Darüber spreche ich heute mit zwei Gästen. Bei mir im Studio ist Frau Jansen aus Leipzig. Sie hat vor drei Jahren ihr Auto verkauft. Hallo, Frau Jansen! Frau Jansen: Hallo, guten Abend! Moderatorin: Und aus einem kleinen Dorf im Bayerischen Wald ist uns Herr Brandl zugeschaltet. Er fährt jeden Tag zur Arbeit. Grüß Gott, Herr Brandl. Herr Brandl: Grüß Gott, hallo. Moderatorin: Frau Jansen, warum haben Sie sich damals vom Auto getrennt? Frau Jansen: Ehrlich gesagt war das gar kein großer Plan. Das Auto stand die meiste Zeit nur vor der Tür, und dann kam eine teure Reparatur. Da hab ich mir gesagt: Ich probier's mal ein halbes Jahr ohne. Tja, und dann bin ich einfach dabei geblieben. Moderatorin: Und was hat sich seitdem verändert? Frau Jansen: Mehr, als ich gedacht hätte. Ich überlege mir jetzt vorher, welche Wege wirklich nötig sind. Früher bin ich für eine Packung Milch ins Auto gestiegen. Heute mache ich vieles zu Fuß, und – das klingt vielleicht komisch – ich bin dadurch viel gelassener geworden. Ich stehe nicht mehr im Stau, ich suche keinen Parkplatz mehr, ich hetze einfach weniger. Moderatorin: Herr Brandl, wäre das für Sie auch eine Option? Herr Brandl: Also bei uns, ganz ehrlich: nein. Der Bus fährt morgens um halb sieben und am Nachmittag noch einmal, das war's. Ich arbeite im Schichtdienst in einem Werk, das fünfundzwanzig Kilometer entfernt ist. Wenn ich da auf den Bus angewiesen wäre, könnte ich die Stelle gar nicht behalten. Moderatorin: Gibt es bei Ihnen im Ort keine Mitfahrgelegenheiten? Herr Brandl: Doch, wir haben seit letztem Jahr eine Mitfahrbank. Da setzt man sich hin, und wer vorbeifährt und in die gleiche Richtung will, nimmt einen mit. Für ältere Leute, die zum Arzt müssen, ist das eine feine Sache. Aber für den Weg zur Arbeit kann man sich darauf nicht verlassen. Moderatorin: Eine Mitfahrbank … Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, da sitzt man stundenlang und keiner hält an. Herr Brandl: Das denken viele. Aber bei uns kennt halt jeder jeden. Meistens wartet man keine zehn Minuten. Moderatorin: Ich kenne das Thema übrigens auch von einer anderen Seite. Meine Schwester und ich haben uns mal ein Auto geteilt. Das ging genau ein Jahr gut, dann haben wir nur noch darüber gestritten, wer es am Wochenende bekommt. Frau Jansen, Sie nutzen Carsharing? Frau Jansen: Ja, zwei-, dreimal im Monat, zum Beispiel für den Großeinkauf oder wenn ich meine Eltern besuche. In der Stadt funktioniert das problemlos, weil fast an jeder Ecke ein Wagen steht. Und unterm Strich zahle ich deutlich weniger als früher: Versicherung, Steuer, Werkstatt, das fällt ja alles weg. Moderatorin: Gibt es trotzdem Momente, in denen Sie das eigene Auto vermissen? Frau Jansen: Selten. Am ehesten im Winter, wenn ich mit schweren Taschen an der Haltestelle stehe und die Straßenbahn Verspätung hat. Dann denke ich schon mal: Jetzt wäre ein Auto schön. Aber das ist ein kleiner Preis. Moderatorin: Herr Brandl, was müsste passieren, damit Sie öfter auf das Auto verzichten? Herr Brandl: Zuerst bräuchte es einen vernünftigen Takt, also wenigstens jede Stunde einen Bus, auch am Abend. Solange es das nicht gibt, ärgert es mich ehrlich gesagt ein bisschen, wenn in der Stadt über das Auto geredet wird, als wäre es ein Luxus. Für uns ist es keiner. Moderatorin: Vielen Dank Ihnen beiden. Und Sie, liebe Hörerinnen und Hörer: Könnten Sie ohne Auto leben? Rufen Sie uns an!
17 Seit er/sie kein Auto mehr hat, ist sein/ihr Alltag entspannter.
18 Für seinen/ihren Beruf ist er/sie auf ein Auto angewiesen.
19 Er/Sie hatte Zweifel, dass eine Mitfahrbank in der Praxis funktioniert.
20 Ein gemeinsames Auto kann zu Streit führen.
21 In bestimmten Situationen wünscht er/sie sich ein eigenes Auto.
22 Auf dem Land müsste der öffentliche Nahverkehr deutlich besser werden.
Vortrag
Sie hören einen kurzen Vortrag. Der Redner spricht über das Thema „Besser lernen – aber wie?“. Sie hören den Text zweimal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung. Lesen Sie jetzt die Aufgaben 23 bis 30. Dazu haben Sie 90 Sekunden Zeit.
Kısa bir konferans dinleyeceksiniz; konuşmacı kalıcı öğrenme üzerine konuşuyor. Metni iki kez dinlersiniz. Her soruda doğru seçeneği işaretleyin. Önce 23–30 arasındaki soruları okuyun (gerçek sınavda 90 saniye).
📄 Transkript
Guten Abend, meine Damen und Herren, und herzlich willkommen zu meinem Vortrag „Besser lernen – aber wie?“. Mein Name ist Martin Seidl. Ich beschäftige mich als Lernpsychologe seit vielen Jahren damit, wie Erwachsene lernen. Fangen wir mit einer Beobachtung an, die viele von Ihnen kennen: Man liest einen Text dreimal, markiert die wichtigsten Stellen in Gelb – und hat am Ende das gute Gefühl, alles verstanden zu haben. Eine Woche später ist davon erstaunlich wenig übrig. Das Problem ist nicht, dass Sie zu wenig Zeit investiert hätten. Das Problem ist, dass sich Wiederlesen leicht anfühlt. Und gerade weil es sich so leicht anfühlt, verwechseln wir Vertrautheit mit Wissen. Was hilft stattdessen? Die Antwort klingt zunächst unbequem: Fragen Sie sich selbst ab. Klappen Sie das Buch zu und versuchen Sie, das Gelesene aus dem Gedächtnis aufzuschreiben. Das ist anstrengend, und Sie werden Lücken entdecken. Aber genau dieses mühsame Erinnern festigt das Wissen. Ob Sie dabei mit Karteikarten arbeiten oder mit einer App, spielt übrigens kaum eine Rolle. Der zweite Punkt betrifft die Verteilung. Viele lernen am liebsten in langen Blöcken: einen ganzen Samstag lang Vokabeln, und dann drei Wochen gar nichts. Viel wirksamer ist es, denselben Stoff in kürzeren Einheiten auf mehrere Tage zu verteilen. Zwischen den Wiederholungen darf ruhig etwas Zeit vergehen. Ein wenig Vergessen ist sogar nützlich, denn dann muss sich das Gehirn beim nächsten Mal mehr anstrengen. Drittens: Mischen Sie die Aufgaben. Wer Mathematik lernt, rechnet oft zwanzig Aufgaben desselben Typs hintereinander. Irgendwann geht das wie von selbst – aber in der Prüfung weiß man dann nicht, welcher Lösungsweg zu welcher Aufgabe passt. Wenn verschiedene Aufgabentypen abwechseln, kommt man beim Üben zwar langsamer voran, man lernt aber zu unterscheiden. Nun werde ich oft gefragt, ob es nicht vor allem auf den eigenen Lerntyp ankommt, ob man also eher ein visueller oder ein auditiver Typ ist. Diese Idee ist sehr verbreitet, aber die Forschung hat dafür bisher keine überzeugenden Belege gefunden. Natürlich haben Menschen Vorlieben. Entscheidender ist aber, ob die Darstellung zum Inhalt passt: Eine Landkarte lernt man besser mit einem Bild, die Aussprache eines Wortes besser mit Ton. Ein Wort zum Schlaf: Was wir tagsüber lernen, wird nachts zum Teil noch einmal verarbeitet. Wer also vor einer Prüfung bis tief in die Nacht am Schreibtisch sitzt, opfert ausgerechnet die Phase, in der das Gelernte gesichert wird. Und schließlich die Motivation. Viele Erwachsene sagen mir: Ich bin zu alt, um noch etwas Neues zu lernen. Es stimmt, dass manches mit dem Alter etwas langsamer geht. Erwachsene haben aber einen großen Vorteil: Sie können neues Wissen mit ihrer Erfahrung verknüpfen. Und je mehr Verbindungen Sie herstellen, desto besser bleibt etwas hängen. Zum Schluss also eine Bitte: Misstrauen Sie dem angenehmen Gefühl beim Lernen. Wenn es ein bisschen schwerfällt, sind Sie meistens auf dem richtigen Weg. Und planen Sie lieber jeden Tag zwanzig Minuten ein als einmal in der Woche einen ganzen Nachmittag. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
23 Wer einen Text mehrmals liest, …
24 Laut Herrn Seidl festigt man Wissen am besten, indem man …
25 Was sagt Herr Seidl über das Vergessen zwischen zwei Lerneinheiten?
26 Wenn man unterschiedliche Aufgabentypen abwechselnd übt, …
27 Zur Vorstellung von Lerntypen sagt Herr Seidl, dass …
28 Wer vor einer Prüfung bis spät in die Nacht lernt, …
29 Erwachsene Lernende haben laut Herrn Seidl den Vorteil, dass sie …
30 Herr Seidl empfiehlt seinem Publikum, …
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