telc B2 Medizin Dinleme Sınavı (Hörverstehen)telc Deutsch B2 Medizin Zugangsprüfung · Hörverstehen — resmî Übungstest düzeninde tam deneme
Gerçek sınavdaki üç bölümün tamamı: hastanedeki günlük işten üç kısa konuşma, beş kişinin meslekleriyle ilgili bir konudaki görüşleri ve bir uzman tartışması. 20 madde (1–20), yaklaşık 30 dakika. Bitirince puanınızı (20 üzerinden), her maddenin gerekçesini ve kayıtların yazılı metnini görürsünüz.
Gespräche im Klinikalltag
Sie hören drei kurze Gespräche aus dem Klinikalltag. Zu jedem Gespräch lösen Sie drei Aufgaben. Sie hören jedes Gespräch nur einmal. Lesen Sie vor dem Hören die Aufgaben 1–9; dafür haben Sie eine Minute Zeit. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind bzw. welche Lösung (a, b oder c) passt.
Hastanedeki günlük işten, ikişer kişi arasında geçen üç kısa konuşma dinleyeceksiniz (hekim ile hasta, hemşire ile hekim, iki asistan hekim). Her konuşma için iki doğru-yanlış sorusu ve a, b, c seçeneklerinden birini işaretleyeceğiniz bir soru vardır. Dinlemeden önce maddeleri okumak için 1 dakikanız var; her konuşma yalnız bir kez dinletilir.
Gespräch 1
📄 Transkript
Dr. Albers: Guten Tag, Herr Wenzel, ich bin Dr. Albers aus der gastroenterologischen Ambulanz. Ich möchte mit Ihnen die Magenspiegelung am Donnerstag besprechen. Haben Sie den Aufklärungsbogen schon gelesen? Herr Wenzel: Gelesen schon, aber ehrlich gesagt habe ich nicht alles verstanden. Vor allem das mit dem Essen und Trinken. Dr. Albers: Das erkläre ich Ihnen gern. Die Untersuchung ist um neun Uhr. Ab Mitternacht essen Sie bitte nichts mehr. Klares Wasser oder ungesüßten Tee dürfen Sie aber noch bis zwei Stunden vorher trinken, also bis sieben Uhr. Kaffee mit Milch, Saft oder Kaugummi dagegen nicht mehr. Herr Wenzel: Gut. Und meine Tabletten? Ich nehme ja seit dem Stent dieses ASS, und mein Nachbar meinte, das muss man vor so einer Untersuchung immer absetzen. Dr. Albers: Bei Ihnen nicht. Für eine Magenspiegelung, auch wenn wir dabei kleine Gewebeproben entnehmen, ist das Blutungsrisiko unter ASS sehr gering. Das Risiko, dass sich der Stent verschließt, wäre viel größer, wenn Sie es weglassen. Nehmen Sie es also ganz normal am Morgen mit einem kleinen Schluck Wasser. Auch Ihr Amlodipin gegen den Blutdruck nehmen Sie wie gewohnt, das habe ich mit Ihrem Medikamentenplan abgeglichen. Herr Wenzel: Da bin ich beruhigt. Bekomme ich eine Narkose? Ich habe ein bisschen Angst vor dem Schlauch. Dr. Albers: Sie bekommen eine sogenannte Sedierung, meistens mit Propofol. Sie schlafen dabei und atmen in aller Regel selbst weiter. Wird die Atmung zu flach, unterstützen wir sie sofort, zum Beispiel mit zusätzlichem Sauerstoff. Deshalb überwachen wir die ganze Zeit Puls, Blutdruck, Atmung und Sauerstoffsättigung. Die Untersuchung dauert etwa zehn Minuten. Danach haben Sie vielleicht leichte Halsschmerzen oder ein Völlegefühl, das vergeht schnell. Ernste Komplikationen wie eine stärkere Blutung oder eine Verletzung der Magenwand sind sehr selten. Herr Wenzel: Und danach fahre ich einfach wieder nach Hause? Ich komme mit dem Auto, die Klinik liegt ja direkt an der Umgehungsstraße. Dr. Albers: Genau das geht leider nicht. Nach der Sedierung dürfen Sie vierundzwanzig Stunden lang kein Auto fahren, auch wenn Sie sich völlig wach fühlen. Ihr Reaktionsvermögen ist noch eingeschränkt. Kann Sie jemand abholen? Herr Wenzel: Meine Frau, die hat donnerstags frei. Dr. Albers: Wunderbar. Bitte bringen Sie den unterschriebenen Bogen und Ihren Medikamentenplan mit. Haben Sie sonst noch Fragen? Herr Wenzel: Nein, jetzt ist mir alles klar. Vielen Dank, Frau Doktor.
1 Herr Wenzel darf am Morgen der Untersuchung noch Wasser trinken.
2 Herr Wenzel soll das ASS einige Tage vor der Untersuchung absetzen.
3 Nach der Untersuchung …
Gespräch 2
📄 Transkript
Pfleger Rehm: Frau Dr. Brückner? Hier ist Matthias Rehm von der Unfallchirurgie, Station vier. Entschuldigen Sie die Störung um diese Uhrzeit. Dr. Brückner: Kein Problem, dafür habe ich ja Dienst. Was gibt es? Pfleger Rehm: Es geht um Frau Heinemann, Zimmer zwölf, zweiundachtzig Jahre alt, gestern an der Hüfte operiert, Schenkelhalsfraktur. Seit etwa einer Stunde ist sie sehr unruhig, sie weiß nicht, wo sie ist, und hat zweimal versucht, sich den Zugang herauszuziehen. Tagsüber war sie völlig klar, sie hat sogar mit ihrer Tochter telefoniert. Dr. Brückner: Das klingt nach einem Delir. Wie sind die Vitalwerte? Pfleger Rehm: Blutdruck hundertvierzig zu fünfundachtzig, Puls sechsundneunzig, Temperatur siebenunddreißig Komma acht, Sättigung vierundneunzig Prozent unter Raumluft. Blutzucker hundertzwölf Milligramm pro Deziliter. Dr. Brückner: Kreislauf und Atmung sind also stabil. Die akute Verwirrtheit nehme ich trotzdem ernst, die müssen wir rasch abklären. Hat sie Schmerzen? Pfleger Rehm: Sie zeigt immer wieder auf das Bein, aber richtig sagen kann sie es nicht. Die letzte Schmerzmedikation hat sie um zwanzig Uhr bekommen. Dr. Brückner: Und wie sieht es mit dem Wasserlassen aus? Hat sie noch einen Blasenkatheter? Pfleger Rehm: Nein, der wurde heute Mittag gezogen. Seitdem … Moment, ich schaue in die Dokumentation … seitdem hat sie tatsächlich kein Wasser gelassen. Dr. Brückner: Dann ist ein Harnverhalt gut möglich, das kann bei älteren Menschen genau so ein Bild machen. Machen Sie bitte einen Blasenscan. Wenn mehr als vierhundert Milliliter in der Blase sind, katheterisieren Sie bitte einmalig. Außerdem nehmen Sie bitte Blut ab: kleines Blutbild, CRP, Elektrolyte und Kreatinin. Pfleger Rehm: Mache ich. Soll ich ihr etwas zur Beruhigung geben? Im Plan steht Lorazepam bei Bedarf. Dr. Brückner: Bitte nicht. Benzodiazepine können ein Delir bei alten Patienten sogar verschlimmern, die Bedarfsmedikation nehme ich nachher heraus. Ich möchte sie mir zuerst selbst ansehen. Wenn sie sich dann gar nicht beruhigt, überlegen wir eine niedrige Dosis Haloperidol. Bis dahin: Licht an, Brille und Hörgerät, wenn sie welche hat, und ruhig mit ihr sprechen. Fixieren auf keinen Fall. Pfleger Rehm: Verstanden. Eine Brille hat sie, die liegt auf dem Nachttisch. Dr. Brückner: Sehr gut. Ich bin in einer Viertelstunde bei Ihnen.
4 Frau Heinemann war auch tagsüber schon verwirrt.
5 Seit der Entfernung des Blasenkatheters hat die Patientin nicht uriniert.
6 Was sagt die Ärztin zu Beruhigungsmitteln?
Gespräch 3
📄 Transkript
Daniel: Sofia, hast du kurz eine Minute? Ich hätte eine große Bitte. Sofia: Klar, aber nur kurz, ich muss gleich in die Röntgenbesprechung. Worum geht's? Daniel: Ich habe endlich einen Platz im Kurs für Notfallsonografie bekommen, der ist sonst ständig ausgebucht. Er geht vom ersten bis zum dritten März, also von Freitag bis Sonntag. Und ausgerechnet am Samstag habe ich Dienst. Sofia: Und jetzt soll ich deinen Samstag übernehmen? Daniel: Wenn es irgendwie geht. Ich würde dafür deinen Nachtdienst am Mittwoch darauf nehmen. Du hattest doch erzählt, dass da der Geburtstag deiner Mutter ist. Sofia: Stimmt, das würde mir sogar richtig gut passen. Gut, ich mache es. Aber der Kurs ist doch bestimmt teuer, oder? Daniel: Knapp siebenhundert Euro. Aber der Kurs wird für die Weiterbildung anerkannt, und die Klinik hat ja dieses Fortbildungsbudget. Die Personalabteilung übernimmt die Hälfte, den Rest zahle ich selbst. Den kann ich dann wenigstens von der Steuer absetzen. Sofia: Nicht schlecht. Musst du für den Freitag eigentlich Urlaub nehmen? Daniel: Nein, für den Freitag werde ich für die Fortbildung freigestellt, das hat das Sekretariat schon bestätigt. Sofia: Und der Diensttausch? Du weißt, Dr. Hahn ist da ziemlich streng. Letztes Jahr hat sie einen Tausch wieder rückgängig gemacht, weil ihr niemand Bescheid gesagt hatte. Daniel: Ja, davon habe ich gehört. Ich schreibe ihr heute noch eine Mail und setze dich in Kopie. Erst wenn sie zugestimmt hat, trage ich den Tausch im Dienstplanprogramm ein. Den Chefarzt muss man damit zum Glück nicht behelligen. Sofia: Gut. Und denk dran: Mein Nachtdienst am Mittwoch geht bis Donnerstag früh um acht. Danach hast du elf Stunden Ruhezeit, das ist Pflicht. Also keine OP-Termine für dich am Donnerstag. Daniel: Stimmt, das muss ich noch mit der Station klären. Danke dir, Sofia, du hast echt was gut bei mir.
7 Daniel muss die Kursgebühr vollständig selbst bezahlen.
8 Der Diensttausch ist auch für Sofia günstig.
9 Was muss Daniel tun, damit der Diensttausch gilt?
Meinungen zu einem Fachthema
Sie hören fünf Personen, die sich in einem Radiomagazin zum Thema „Ausländische Ärztinnen und Ärzte in deutschen Kliniken“ äußern. Lesen Sie vor dem Hören die Aussagen a–h; dafür haben Sie eine Minute Zeit. Entscheiden Sie beim Hören, welche Aussage zu welcher Person (10–14) passt. Jede Aussage passt höchstens einmal. Drei Aussagen passen nicht.
Bir radyo programında beş kişi, yurt dışından gelen hekimlerin Alman hastanelerine uyumu üzerine görüş bildiriyor. Dinlemeden önce a–h ifadelerini okumak için 1 dakikanız var. Her kişiye (10–14) uyan ifadeyi seçin; her ifade en çok bir kez kullanılır, üç ifade hiçbir kişiye uymaz.
Radiomagazin: Ausländische Ärztinnen und Ärzte in deutschen Kliniken
📄 Transkript
Moderator: Herzlich willkommen zu unserem Gesundheitsmagazin. In vielen deutschen Krankenhäusern wären ganze Abteilungen ohne Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland kaum noch zu besetzen. Manche fühlen sich schnell zu Hause, andere kämpfen noch nach Jahren mit Hürden. Wie gelingt also der Start in einem fremden Gesundheitssystem? Wir haben fünf Menschen gefragt, die täglich damit zu tun haben. Zuerst Dr. Ulrike Sander, Chefärztin der Inneren Medizin an einem Kreiskrankenhaus. Dr. Ulrike Sander: Bei uns kommt inzwischen fast die Hälfte der Assistenzärzte aus dem Ausland, gerade kleine Häuser wie unseres sind darauf angewiesen. Früher haben wir neue Kollegen am ersten Tag auf die Station geschickt und gehofft, dass es schon irgendwie klappt. Das war ein Fehler. Viele waren überfordert, und einige haben uns nach wenigen Wochen wieder verlassen. Heute bekommt jede neue Kollegin und jeder neue Kollege für das erste halbe Jahr einen erfahrenen Facharzt an die Seite, der für alle Fragen da ist, vom Arztbrief bis zu der Frage, wo man in der Kantine bezahlt. Seitdem kündigt kaum noch jemand in der Probezeit. Moderator: Dr. Karim Haddad hat in Damaskus studiert und arbeitet seit zwei Jahren in der Chirurgie eines Klinikums in Niedersachsen. Dr. Karim Haddad: Medizinisch war ich gut vorbereitet, und die Fachsprachprüfung habe ich beim ersten Versuch bestanden. Trotzdem war das erste Jahr sehr hart. In der Prüfung spricht der Patient langsam und deutlich. Auf der Station spricht ein älterer Landwirt Plattdeutsch, die Pflege benutzt zwanzig Abkürzungen in einem Satz, und am Telefon erzählt mir ein Hausarzt in einer Minute eine ganze Krankengeschichte. Darauf hat mich keine Prüfung vorbereitet. Das habe ich erst im Alltag gelernt, Schritt für Schritt. Heute frage ich einfach nach, wenn ich etwas nicht verstehe. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Moderator: Monika Fiedler ist Pflegedirektorin an einem Universitätsklinikum. Monika Fiedler: Fachlich sind die meisten neuen Kollegen aus dem Ausland sehr gut. Schwierigkeiten sehe ich eher im Umgang mit dem Pflegeteam. In manchen Ländern gibt der Arzt Anweisungen, und die Pflege führt sie aus, ohne viel nachzufragen. Bei uns ist die Pflege ein eigener Beruf mit eigener Verantwortung. Wenn eine erfahrene Pflegekraft sagt, dass es einem Patienten schlechter geht, dann erwartet sie, dass man ihr zuhört. Umgekehrt müssen auch unsere Teams Geduld haben, wenn jemand noch nach Worten sucht. Aber dieses Verständnis von Zusammenarbeit muss man manchen erst bewusst vermitteln, und dafür bieten wir inzwischen gemeinsame Schulungen für Ärzte und Pflege an. Moderator: Thomas Brandt ist Personalleiter eines Klinikverbunds mit sechs Krankenhäusern. Thomas Brandt: Über Sprache und Kultur wird viel geredet. Für mich liegt das größte Problem aber woanders, nämlich in der Bürokratie. Die Behörden haben zu wenig Personal, und jedes Bundesland hat seine eigenen Abläufe. Wir haben Bewerberinnen und Bewerber, die fachlich hervorragend sind und gut Deutsch sprechen, und trotzdem warten sie oft mehr als ein Jahr auf einen Termin für die Kenntnisprüfung oder auf ihre Approbation. In dieser Zeit dürfen sie nur eingeschränkt arbeiten, manche gar nicht. Einige verlieren die Geduld und gehen in andere Länder. Das können wir uns eigentlich nicht leisten. Moderator: Und zum Schluss Gisela Hartwig. Sie engagiert sich ehrenamtlich in einer Patientenvertretung. Gisela Hartwig: Natürlich gibt es hin und wieder Patienten, die ausdrücklich nach einem deutschen Arzt fragen. Aber das ist eine kleine Minderheit. Aus unseren Gesprächen weiß ich: Ein Akzent stört kaum jemanden. Was die Menschen wirklich ärgert, ist, wenn sie nach dem Arztgespräch genauso wenig wissen wie vorher, egal, ob der Arzt aus Hamburg oder aus Kairo kommt. Gerade ältere Menschen trauen sich oft nicht, ein zweites Mal nachzufragen. Wer sich Zeit nimmt, einfache Worte benutzt und nachfragt, ob alles verstanden wurde, hat die Patienten schnell auf seiner Seite. Moderator: Fünf Stimmen, fünf Blickwinkel. Vielen Dank fürs Zuhören.
10 Dr. Ulrike Sander (Chefärztin)
11 Dr. Karim Haddad (Assistenzarzt)
12 Monika Fiedler (Pflegedirektorin)
13 Thomas Brandt (Personalleiter)
14 Gisela Hartwig (Patientenvertreterin)
Fachdiskussion
Sie hören eine Diskussion zum Thema „Überlastete Notaufnahmen“. Sie hören die Diskussion nur einmal. Lesen Sie vor dem Hören die Aussagen 15–20; dafür haben Sie eine Minute Zeit. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
Bir moderatörün yönettiği bu tartışmada bir acil servis sorumlusu, bir aile hekimi ve bir sağlık ekonomisti acil servislerdeki yoğunluğu ele alıyor. Dinlemeden önce 15–20 arasındaki ifadeleri okumak için 1 dakikanız var. İfadeler doğru mu, yanlış mı? Kayıt yalnız bir kez dinletilir; ifadeler konuşmadaki sırayla gelir.
Gesprächsrunde: Überlastete Notaufnahmen – was tun?
📄 Transkript
Moderatorin: Guten Abend und herzlich willkommen zu unserer Gesprächsrunde. Wer an einem Samstagabend mit Bauchschmerzen in eine Notaufnahme geht, braucht oft viel Geduld. Wartezeiten von fünf oder sechs Stunden sind keine Seltenheit, und das Personal arbeitet am Limit. Darüber spreche ich heute mit Dr. Andreas Vogt, er leitet die Zentrale Notaufnahme eines großen städtischen Klinikums, mit Dr. Birgit Lorenz, Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis, und mit Martin Kessler, Gesundheitsökonom an einer Hochschule. Herr Dr. Vogt, wie sieht ein typischer Abend bei Ihnen aus? Dr. Andreas Vogt: Voll. An einem normalen Wochentag behandeln wir weit über hundert Patientinnen und Patienten, am Wochenende deutlich mehr. Was viele überrascht: Die echten Notfälle, also Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwere Unfälle, sind bei uns eine Minderheit. Ich schätze, dass fast jeder Dritte genauso gut in einer Arztpraxis versorgt werden könnte. Rückenschmerzen seit drei Wochen, ein leichter Infekt, ein Folgerezept, weil die Tabletten ausgegangen sind. Moderatorin: Und diese Patienten halten dann die Behandlung der Schwerkranken auf? Dr. Andreas Vogt: So einfach ist es nicht. Jeder, der zu uns kommt, wird zuerst von einer speziell geschulten Pflegekraft eingeschätzt. Wir arbeiten mit dem Manchester-Triage-System. Das hat fünf Stufen, von Rot, also sofort, bis Blau, nicht dringend. Entscheidend sind dabei nicht nur die Beschwerden, sondern auch bestimmte Warnzeichen. Wer zum Beispiel mit Brustschmerzen kommt und als sehr dringend eingestuft wird, ist in wenigen Minuten bei der Ärztin. Wer sich in den Finger geschnitten hat und nur leicht blutet, wartet unter Umständen mehrere Stunden, auch wenn er als Erster da war. Das sorgt natürlich für Ärger im Wartebereich. Das eigentliche Problem ist ein anderes: Mein Team muss sich um alle kümmern, und diese Zeit fehlt am Ende überall. Moderatorin: Frau Dr. Lorenz, warum gehen so viele Menschen mit kleineren Beschwerden direkt ins Krankenhaus und nicht zu Ihnen? Dr. Birgit Lorenz: Ein Grund ist ganz einfach: Abends und am Wochenende ist meine Praxis geschlossen. Für diese Zeiten gibt es den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer eins, eins, sechs, eins, eins, sieben. Aber wenn ich meine Patienten frage, kennt ungefähr die Hälfte diese Nummer nicht. Viele verwechseln sie mit dem Rettungsdienst oder haben noch nie davon gehört. Ein zweiter Grund: Im Krankenhaus gibt es alles an einem Ort, Labor, Röntgen, Fachärzte. Wer berufstätig ist und keine drei Termine machen will, findet das bequem. Das kann ich sogar verstehen. Moderatorin: Dann könnte man doch sagen: Die Praxen müssen einfach mehr Termine anbieten. Dr. Birgit Lorenz: Das höre ich oft, aber es geht an der Wirklichkeit vorbei. Wir arbeiten schon jetzt fünfzig, sechzig Stunden pro Woche. Zwei Kollegen in unserer Region sind im letzten Jahr in Rente gegangen, und für keine der beiden Praxen gab es einen Nachfolger. Wir nehmen seitdem kaum noch neue Patienten auf. Mehr geht im Moment einfach nicht. Moderatorin: Herr Kessler, Sie beschäftigen sich wissenschaftlich mit der Notfallversorgung. Wo liegt aus Ihrer Sicht der Fehler im System? Martin Kessler: In der Trennung. Wir haben in Deutschland zwei Systeme nebeneinander: die Notaufnahmen der Kliniken und den Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte. Der Patient muss selbst entscheiden, wohin er geht. Aber wie soll ein medizinischer Laie das um Mitternacht beurteilen? Ich halte es für den richtigen Weg, dass es an den Kliniken eine gemeinsame Anlaufstelle gibt, einen gemeinsamen Tresen, wie man sagt. Dort wird einmal eingeschätzt, und dann geht es entweder in die Notaufnahme oder in die Bereitschaftspraxis nebenan. Einige Kliniken machen das schon, mit guten Ergebnissen. Dr. Andreas Vogt: Da stimme ich zu. Wir haben seit zwei Jahren eine Bereitschaftspraxis im selben Gebäude, und das hat uns spürbar entlastet. Allerdings nur zu den Öffnungszeiten der Praxis. Nachts um drei sind wir wieder allein. Moderatorin: Herr Kessler, würde auch eine telefonische Ersteinschätzung helfen? Martin Kessler: Ja, und unter der eins, eins, sechs, eins, eins, sieben gibt es das bereits. Geschulte Fachkräfte fragen am Telefon die Beschwerden ab und sagen dann, ob man in eine Praxis oder in die Notaufnahme gehen sollte oder ob sogar der Rettungsdienst kommen muss. Das funktioniert aber nur, wenn man dort nicht eine halbe Stunde in der Warteschleife hängt. Moderatorin: In der Politik wird immer wieder über eine Gebühr für Patienten diskutiert, die ohne echten Notfall in die Notaufnahme kommen. Wäre das eine Lösung? Martin Kessler: Davon halte ich wenig. Wer soll denn im Nachhinein entscheiden, was ein echter Notfall war? Ein Brustschmerz kann harmlos sein oder ein Herzinfarkt. Wenn Menschen aus Angst vor den Kosten zu Hause bleiben, ist das gefährlicher als jedes volle Wartezimmer. Dr. Andreas Vogt: Das sehe ich genauso. Ich möchte nicht, dass eine ältere Dame mit einem beginnenden Schlaganfall erst überlegt, ob sie sich den Besuch bei uns leisten kann. Außerdem würde eine Gebühr mein Team an der Anmeldung mit Diskussionen beschäftigen, für die wir schlicht keine Zeit haben. Moderatorin: Frau Dr. Lorenz, was wünschen Sie sich zum Schluss? Dr. Birgit Lorenz: Bessere Information. Die Nummer eins, eins, sechs, eins, eins, sieben gehört in jede Hausarztpraxis an die Tür und in jede Apotheke. Und wir sollten offen sagen: Nicht jede Beschwerde muss sofort und mitten in der Nacht behandelt werden. Moderatorin: Vielen Dank Ihnen dreien für das Gespräch.
15 Nach Dr. Vogts Erfahrung kommen die meisten Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen in die Notaufnahme.
16 In Dr. Vogts Notaufnahme wird in der Reihenfolge der Ankunft behandelt.
17 Dr. Lorenz zufolge kennen viele Patienten die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes nicht.
18 Dr. Lorenz meint, dass die Praxen in ihrer Region ohne Weiteres mehr Patienten übernehmen könnten.
19 Herr Kessler befürwortet eine gemeinsame Anlaufstelle von Notaufnahme und Bereitschaftsdienst.
20 Dr. Vogt lehnt eine Gebühr für Besuche in der Notaufnahme ab.
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Görev düzeni telc gGmbH’nin resmî telc Deutsch B2 Medizin Zugangsprüfung Übungstest’ine (2. baskı, 2021) göre kurulmuştur; kayıt metinleri ve sorular almancaeskisehir.com’a aittir, ses kayıtları metinden konuşmaya dönüştürme (TTS) yazılımıyla oluşturulmuştur. Kayıtlardaki kişi, kurum ve klinik adları kurgusaldır; tıbbi içerik sınav alıştırması içindir, tıbbi danışmanlık yerine geçmez.
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