C1 Dinleme Sınavı (Hören)Goethe-Zertifikat C1 · Modul Hören — resmî Modellsatz düzeninde tam deneme
Gerçek sınavdaki dört bölümün tamamı: kitap podcast'i, bir bilim insanıyla radyo röportajı, dört bölüm hâlinde dinlenen üç kişilik tartışma ve bir konferans konuşması. 30 madde, yaklaşık 40 dakika. Kayıtlar resmî sınavdaki kadar dinletilir; bitirince puanınızı Goethe ölçeğinde (100 üzerinden), her yanlışın gerekçesini ve kayıtların tam metnini görürsünüz.
Podcast über neue Bücher
Sie hören einen Podcast über neue Bücher. Sie hören den Text einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe, zu welchem Buch die Aussage passt. Lesen Sie jetzt die Aufgaben 1 bis 6. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Yeni kitaplar üzerine bir podcast dinleyeceksiniz. Kayıt bir kez dinletilir. Her ifadenin hangi kitaba uyduğunu seçin. Önce 1–6 arasındaki maddeleri okuyun (60 saniye).
0 Das Buch erzählt eine erfundene Geschichte.
Podcast „Zwischen den Zeilen“
📄 Transkript
Hallo und herzlich willkommen bei „Zwischen den Zeilen“, dem Bücherpodcast für alle, die wissen wollen, was sich zu lesen lohnt. Heute habe ich drei Neuerscheinungen mitgebracht, die – und das merkt man erst auf den zweiten Blick – alle etwas mit der Arbeit unserer Hände zu tun haben. Ich fange mit einem Roman an: „Die Glasbläserin“ von Hanne Seidel. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart räumt die Journalistin Clara das Haus ihrer verstorbenen Großmutter in einem kleinen Ort in Thüringen aus und stößt dabei auf ein Bündel alter Briefe. Aus ihnen erfährt sie, dass die Großmutter in den Zwanzigerjahren heimlich das Glasblasen gelernt hat – ein Handwerk, das damals den Männern vorbehalten war. Warum in der Familie nie ein Wort darüber gefallen ist, das ist die Frage, die Clara – und uns Leserinnen und Leser – nicht mehr loslässt. Seidel hat dafür monatelang in Archiven recherchiert, und das spürt man: Die Werkstätten, die Hitze an den Öfen, der Lärm – das alles ist sehr anschaulich beschrieben. Einen Einwand habe ich allerdings: Im Mittelteil verliert sich die Autorin in Beschreibungen, da hätte man gut fünfzig Seiten streichen können. Trotzdem: ein bewegendes Buch. Mein zweiter Tipp ist ein Sachbuch: „Hände, die denken“ von dem Kulturhistoriker Jonas Brehm. Brehm geht der Frage nach, wie handwerkliches Können über Jahrhunderte erhalten blieb, obwohl kaum etwas davon schriftlich festgehalten wurde. Er zeigt, wie Lehrlinge jahrelang im Haushalt eines Meisters lebten und durch Zuschauen und Nachmachen lernten, und wie die Wanderjahre dafür sorgten, dass sich Techniken über ganz Europa verbreiteten. Besonders gelungen finde ich, dass Brehm nicht bei den historischen Quellen stehen bleibt: Für das Buch hat er mit über dreißig Handwerkerinnen und Handwerkern gesprochen – mit einer Geigenbauerin, einem Steinmetz, einer Buchbinderin – und lässt sie ausführlich zu Wort kommen. Wer allerdings einen Ratgeber erwartet, wird enttäuscht: Anleitungen sucht man hier vergeblich. Das Buch ist dicht geschrieben, aber an keiner Stelle langatmig. Und zum Schluss etwas Streitbares: „Reparieren als Haltung“ von der Ökonomin Sophie Tannert. Tannert rechnet vor, was es uns als Gesellschaft kostet, dass Geräte immer schneller auf dem Müll landen, und sie nimmt dabei die Hersteller genauso in den Blick wie uns Verbraucherinnen und Verbraucher. Besonders scharf geht sie mit den neuen gesetzlichen Vorgaben zur Reparatur von Elektrogeräten ins Gericht: Die seien gut gemeint, aber voller Ausnahmen und kämen viel zu spät. Im letzten Kapitel wird es dann ganz konkret: Tannert erklärt, worauf man schon beim Kauf achten sollte und wie man kleinere Schäden selbst behebt. Manchmal ist mir ihr Blick in die Zukunft etwas zu rosig – aber das Buch regt zum Nachdenken an, und das ist viel wert. Das war’s für heute. Alle drei Titel findet ihr wie immer in den Shownotes. Bis in zwei Wochen – und bleibt neugierig!
1 Im Mittelpunkt steht etwas, worüber in einer Familie lange geschwiegen wurde.
2 Das Buch beschreibt, wie Berufsanfänger in früheren Jahrhunderten ausgebildet wurden.
3 Aktuelle politische Vorgaben werden kritisch beurteilt.
4 Für das Buch wurden Menschen befragt, die selbst ein Handwerk ausüben.
5 Nach Ansicht der Sprecherin hätte das Buch kürzer ausfallen können.
6 Leserinnen und Leser erhalten praktische Ratschläge.
Radiointerview
Sie hören ein Radiointerview mit einer Persönlichkeit aus der Wissenschaft. Sie hören den Text zweimal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung. Lesen Sie jetzt die Aufgaben 7 bis 15. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Bir bilim insanıyla yapılmış radyo röportajı dinleyeceksiniz. Kayıt iki kez dinletilir. Her ifade için doğru seçeneği işaretleyin: doğru (stimmt), yanlış (stimmt nicht) ya da kayıtta bu konuda bir şey söylenmiyor (dazu wird nichts gesagt). Önce 7–15 arasındaki maddeleri okuyun (60 saniye).
Radiointerview „Forschung im Gespräch“
📄 Transkript
Moderator: Guten Tag und willkommen bei „Forschung im Gespräch“. Mein Gast ist heute Miriam Achterberg, Professorin für Umweltpsychologie an der Universität Bremen. Sie untersucht seit über fünfzehn Jahren, wie Geräusche unser Denken beeinflussen. Frau Achterberg, schön, dass Sie da sind. Prof. Achterberg: Danke, ich freue mich über die Einladung. Moderator: Wie kommt man eigentlich zu so einem Thema? Prof. Achterberg: Ganz banal, ehrlich gesagt. Ich habe während des Studiums in einem Callcenter gejobbt, in einem riesigen Raum mit achtzig Leuten. Abends war ich völlig erledigt, obwohl ich eigentlich nur telefoniert hatte. Damals dachte ich, das liegt an den Kunden. Erst viel später habe ich verstanden, dass es vor allem der Raum war. Moderator: Viele Menschen sagen ja: An Lärm gewöhnt man sich. Prof. Achterberg: Das ist einer der hartnäckigsten Irrtümer überhaupt. Subjektiv stimmt es sogar – nach ein paar Wochen nimmt man ein Geräusch kaum noch bewusst wahr. Der Körper aber gewöhnt sich nicht daran. In unseren Messungen sehen wir, dass Puls und Stresshormone auch nach Monaten noch reagieren. Man merkt es nur nicht mehr. Moderator: Was stört denn beim konzentrierten Arbeiten am meisten? Der Presslufthammer vor dem Fenster? Prof. Achterberg: Erstaunlicherweise nicht. Ein gleichmäßiges Geräusch, auch ein ziemlich lautes, kann das Gehirn recht gut ausblenden. Am schlimmsten ist Sprache, die man versteht – selbst wenn sie leise ist. Wenn am Nebentisch zwei Kollegen über ihren Urlaub reden, kann unser Gehirn gar nicht anders, als mitzuhören. Wir haben Versuchspersonen Texte korrigieren lassen: Bei verständlichen Gesprächen im Hintergrund haben sie fast ein Drittel mehr Fehler übersehen als in völliger Stille. Bei einem lauten, aber gleichförmigen Rauschen war der Unterschied minimal. Moderator: Heißt das, Großraumbüros sind grundsätzlich eine schlechte Idee? Prof. Achterberg: So pauschal würde ich das nicht sagen. Das Problem ist meistens nicht der Raum an sich, sondern dass es keine Regeln gibt. Wenn es Zonen gibt – eine, in der telefoniert und diskutiert werden darf, und eine, in der man still arbeitet –, dann funktioniert so ein Büro durchaus. Und für Teams, die sich ständig kurz absprechen müssen, kann es sogar Vorteile haben. Moderator: Sie haben auch an Schulen geforscht. Prof. Achterberg: Ja, und da ist die Lage oft noch dramatischer. Viele Klassenräume hallen stark, weil sie nur harte Oberflächen haben: Beton, Glas, glatte Böden. Die Lehrkraft spricht dann automatisch lauter, die Kinder auch, und so schaukelt sich das hoch. Für Kinder ist das besonders problematisch, weil sie – anders als Erwachsene – Wörter, die sie nur halb verstanden haben, noch nicht so gut aus dem Zusammenhang ergänzen können. Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen, trifft das übrigens doppelt. Moderator: Was lässt sich da tun? Braucht man teure Umbauten? Prof. Achterberg: Nicht unbedingt. Oft reichen schallschluckende Platten an der Decke, und die sind vergleichsweise günstig. In einer Grundschule, die wir begleitet haben, ist der Geräuschpegel im Unterricht dadurch spürbar gesunken, und die Lehrerinnen hatten nach ein paar Wochen weniger Probleme mit der Stimme. Ich verstehe ohnehin nicht, warum die Akustik bei der Planung neuer Schulen immer noch so oft vergessen wird. Moderator: In Ihrem neuen Buch „Die leise Stadt“ gehen Sie noch weiter und sprechen von einem Recht auf Ruhe. Ist das nicht ein Luxusproblem? Prof. Achterberg: Im Gegenteil, das ist eine soziale Frage. Wer an einer Hauptverkehrsstraße wohnt, hat in der Regel weniger Geld – ruhige Wohnungen sind teurer. Lärm trifft also gerade diejenigen, die sich am wenigsten dagegen wehren können. Ich fordere deshalb nicht, dass Städte still werden, das wäre absurd. Aber jeder Mensch sollte in seiner Nähe einen Ort haben, an den er sich zurückziehen kann – einen Park, eine Bibliothek, einen ruhigen Innenhof. Moderator: Und Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung? Sind die nicht die Lösung für jeden Einzelnen? Prof. Achterberg: Kurzfristig helfen sie, ja, ich benutze selbst welche im Zug. Aber wenn sich alle abschotten, verlieren wir etwas: das beiläufige Gespräch, den kurzen Hinweis der Kollegin. Außerdem ändern Kopfhörer nichts an den Ursachen. Wir würden ein Problem, das eigentlich die Planung lösen müsste, wieder dem Einzelnen aufbürden. Moderator: Zum Schluss: Was wünschen Sie sich – von der Politik oder von uns allen? Prof. Achterberg: Dass wir Ruhe nicht länger nur als Abwesenheit von etwas verstehen, sondern als Ressource – so wie saubere Luft oder sauberes Wasser. Wenn das gelingt, blickt man in zwanzig Jahren vielleicht verwundert auf unsere heutigen Klassenzimmer zurück. Moderator: Frau Achterberg, vielen Dank für das Gespräch.
7 Frau Achterbergs Interesse an ihrem Forschungsgebiet geht auf eigene Erfahrungen zurück.
8 Nach einer gewissen Zeit zeigt der Körper keine Reaktion mehr auf Dauerlärm.
9 Ein Gespräch, dem man folgen kann, lenkt mehr ab als ein lautes, monotones Geräusch.
10 Frau Achterberg hält offene Büroräume für grundsätzlich ungeeignet.
11 In den Schulstudien wurden auch die Noten der Kinder ausgewertet.
12 Eine bessere Akustik in Klassenräumen ist laut Frau Achterberg nur mit hohen Kosten zu erreichen.
13 Menschen mit geringerem Einkommen sind laut Frau Achterberg stärker von Lärm betroffen.
14 Frau Achterberg warnt, dass Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung bei häufigem Gebrauch dem Gehör schaden.
15 Frau Achterberg wünscht sich, dass Lärmschutz in der Ausbildung von Lehrkräften eine größere Rolle spielt.
Diskussion in vier Abschnitten
Sie hören ein Gespräch mit mehreren Personen über Weiterbildung im Berufsleben. Sie hören den Text in vier Abschnitten jeweils einmal. Zu jedem Abschnitt gibt es zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung. Vor dem Hören eines Abschnitts haben Sie 30 Sekunden Zeit, um die zwei Aufgaben zu lesen.
Mesleki gelişim (iş hayatında eğitim) üzerine birkaç kişinin katıldığı bir tartışma dinleyeceksiniz. Kayıt dört bölüm hâlinde verilir; her bölüm bir kez dinletilir ve her bölüme iki madde düşer. Her bölümden önce o bölümün iki maddesini okuyun (30 saniye).
Abschnitt 1
📄 Transkript
Moderator: Guten Abend und willkommen zu „Streitfrage“, unserer Gesprächsrunde zu Themen, die uns alle angehen. Heute geht es darum, wie wir im Berufsleben mit dem rasanten Wandel Schritt halten – und wer dafür eigentlich zuständig ist. Bei mir im Studio sind Dr. Ines Kaltenbrunner, Bildungsforscherin an der Universität Innsbruck, und Reto Baumgartner, Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens mit rund dreihundert Beschäftigten. Frau Kaltenbrunner: Guten Abend. Herr Baumgartner: Guten Abend, danke für die Einladung. Moderator: Frau Kaltenbrunner, man hört ständig, Weiterbildung sei der Schlüssel für die Zukunft. Warum nehmen dann so wenige daran teil? Frau Kaltenbrunner: Na ja, „so wenige“ stimmt nicht ganz. Teilgenommen wird durchaus – aber eben von den Falschen, wenn ich das so zuspitzen darf. Wer ohnehin gut ausgebildet ist, bildet sich auch weiter. Wer dagegen eine einfache Tätigkeit ausübt, also genau die Menschen, deren Arbeitsplätze sich am stärksten verändern, kommt kaum in einen Kurs. Und das liegt nicht an mangelndem Interesse. Viele haben schlechte Erinnerungen an die Schule und trauen sich das schlicht nicht zu. Oder sie wissen gar nicht, welche Angebote es überhaupt gibt. Moderator: Was müsste sich ändern? Frau Kaltenbrunner: Noch mehr Broschüren und Informationsabende lösen das Problem jedenfalls nicht. Wir brauchen Lernformen, die nicht nach Klassenzimmer aussehen: Lernen direkt am Arbeitsplatz, in kleinen Einheiten, begleitet von Kolleginnen und Kollegen, die man kennt und denen man vertraut. Das senkt die Hemmschwelle enorm.
16 Laut Frau Kaltenbrunner …
17 Die Bildungsforscherin schlägt vor, …
Abschnitt 2
📄 Transkript
Moderator: Herr Baumgartner, Sie sind Arbeitgeber. Sehen Sie sich da in der Pflicht? Herr Baumgartner: Selbstverständlich, schon aus Eigeninteresse. Fachkräfte finde ich auf dem Arbeitsmarkt kaum noch, also muss ich sie selbst heranbilden. Bei uns kann jeder Mitarbeitende fünf Arbeitstage im Jahr für Weiterbildung nutzen, bei vollem Lohn. Nur: Diese Tage werden oft gar nicht in Anspruch genommen. Ich habe lange gedacht, das sei Bequemlichkeit. Inzwischen weiß ich, dass es meistens am Druck im Team liegt. Wer in einen Kurs geht, lässt die Kollegen mit der Arbeit allein – und das will niemand. Deshalb planen wir die Weiterbildungstage jetzt für die ganze Abteilung gemeinsam, ein halbes Jahr im Voraus.
18 Herr Baumgartner ermöglicht Weiterbildung, weil …
19 Viele Beschäftigte in Herrn Baumgartners Firma …
Abschnitt 3
📄 Transkript
Moderator: Frau Kaltenbrunner, immer wieder wird gefordert, dass der Staat allen Beschäftigten ein persönliches Weiterbildungsbudget zur Verfügung stellt. Wäre das die Lösung? Frau Kaltenbrunner: So ein Budget klingt gut, und ich bin auch nicht dagegen. Aber die Erfahrung zeigt: Geld allein bewegt wenig. Wenn niemand berät, welcher Kurs sinnvoll ist, wird das Budget wieder von denen genutzt, die sich ohnehin auskennen. Ohne persönliche Begleitung verpufft so ein Instrument. Ich würde deshalb zuerst in Lernberatung investieren – in Menschen, die in die Betriebe gehen und gemeinsam mit den Beschäftigten überlegen, was sie eigentlich brauchen. Herr Baumgartner: Da muss ich widersprechen, zumindest teilweise. Beratung ist schön und gut, aber kleine Betriebe mit zehn oder zwanzig Leuten können sich weder Beratung noch Freistellungen leisten. Für die wäre ein staatliches Budget eine echte Entlastung. Ich fände es allerdings wichtig, dass das Geld an anerkannte Abschlüsse gebunden ist – sonst finanzieren wir am Ende Yogakurse. Frau Kaltenbrunner: Wobei man fairerweise sagen muss, dass auch ein Yogakurs … Herr Baumgartner: … der Gesundheit guttun kann, ja, zugegeben.
20 Wie steht Frau Kaltenbrunner zu einem staatlichen Weiterbildungsbudget?
21 Herr Baumgartner meint, ein solches Budget …
Abschnitt 4
📄 Transkript
Moderator: Zum Schluss ein Blick nach vorn. Viele Beschäftigte haben Angst, dass ihr Wissen durch künstliche Intelligenz schneller veraltet, als sie dazulernen können. Herr Baumgartner, ist diese Angst berechtigt? Herr Baumgartner: Teilweise. In unserer Konstruktionsabteilung hat sich die Arbeit in den letzten zwei Jahren stärker verändert als in den zwanzig Jahren davor. Aber interessanterweise sind es nicht die Älteren, die damit Mühe haben. Die bringen Erfahrung mit und erkennen sofort, wenn ein Programm Unsinn vorschlägt. Schwerer tun sich manchmal die Jungen, weil sie der Technik zu blind vertrauen. Moderator: Frau Kaltenbrunner, was raten Sie? Frau Kaltenbrunner: Ich würde mir wünschen, dass wir weniger über einzelne Programme reden und mehr über die Fähigkeit, sich immer wieder Neues anzueignen. Ein Kurs zu einer bestimmten Software ist in drei Jahren überholt. Wer aber herausgefunden hat, wie er selbst am besten lernt, profitiert ein Leben lang davon. Und das sollte schon in der Schule beginnen – nicht erst mit fünfzig. Moderator: Ein schönes Schlusswort. Frau Kaltenbrunner, Herr Baumgartner, herzlichen Dank für die lebhafte Diskussion.
22 Nach der Erfahrung von Herrn Baumgartner …
23 Frau Kaltenbrunner hält es für besonders wichtig, …
Vortrag
Sie hören einen Vortrag über Bürgerbeteiligung in einer Stadt. Sie hören den Text zweimal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung. Lesen Sie jetzt die Aufgaben 24 bis 30. Dazu haben Sie 90 Sekunden Zeit.
Bir kentte yurttaş katılımı üzerine bir konferans konuşması dinleyeceksiniz. Kayıt iki kez dinletilir. Her soruda doğru seçeneği işaretleyin. Önce 24–30 arasındaki soruları okuyun (90 saniye).
Vortrag „Der Bürgerhaushalt – eine Zwischenbilanz“
📄 Transkript
Sehr geehrte Damen und Herren, ich danke Ihnen für die Einladung. Mein Name ist Martin Ebeling, ich leite in der Stadtverwaltung von Lindenfeld die Stelle für Bürgerbeteiligung, und ich möchte Ihnen heute von einem Experiment berichten, das bei uns vor vier Jahren begonnen hat: dem Bürgerhaushalt. Die Idee ist schnell erklärt. Jedes Jahr stellt der Stadtrat einen festen Betrag zur Verfügung – bei uns sind es inzwischen 800.000 Euro –, über dessen Verwendung nicht die Politik entscheidet, sondern die Bürgerinnen und Bürger selbst. Wer in Lindenfeld wohnt und mindestens vierzehn Jahre alt ist, kann Vorschläge einreichen und am Ende darüber abstimmen. Eine deutsche Staatsangehörigkeit braucht man dafür übrigens nicht. Warum haben wir das gemacht? Ehrlich gesagt nicht aus reiner Begeisterung für die Demokratie. Bei der Kommunalwahl davor lag die Wahlbeteiligung in einigen Stadtteilen unter dreißig Prozent. Das war ein Alarmsignal. Wir wollten zeigen, dass Beteiligung mehr bedeutet als alle fünf Jahre ein Kreuz auf dem Stimmzettel – dass man ganz konkret etwas verändern kann. Wie läuft das Verfahren ab? Im Frühjahr sammeln wir Vorschläge – online, aber auch auf Papier in den Stadtteilbüros, denn wir wollten ausdrücklich nicht nur die Menschen erreichen, die ohnehin gern im Internet unterwegs sind. Im ersten Jahr kamen gut vierhundert Vorschläge, im letzten waren es fast dreizehnhundert. Danach prüft die Verwaltung, ob die Vorschläge rechtlich zulässig sind und was sie kosten würden. Das ist der aufwendigste Teil, und ich will nicht verschweigen, dass es im Rathaus anfangs erheblichen Widerstand gab: Viele Kolleginnen und Kollegen fürchteten, dass da noch eine Aufgabe auf ihren ohnehin vollen Schreibtisch kommt. Inzwischen haben wir dafür zwei zusätzliche Stellen geschaffen. Im Herbst schließlich wird abgestimmt, und was die meisten Stimmen bekommt, wird im folgenden Jahr umgesetzt. Was wird denn vorgeschlagen? Ich gebe zu, wir hatten mit großen Projekten gerechnet – mit einem neuen Schwimmbad etwa. Tatsächlich sind es überwiegend kleine, sehr alltagsnahe Dinge: eine Sitzbank an einer Bushaltestelle, an der viele ältere Menschen warten, beleuchtete Wege im Park, Trinkbrunnen, ein Bolzplatz. Solche Vorschläge kosten wenig, aber sie verändern das Lebensgefühl in einem Viertel spürbar. Ein Schwimmbad hätte das Budget übrigens gar nicht hergegeben. Natürlich gibt es auch Probleme. Das größte: Es beteiligen sich vor allem Menschen, die ohnehin gut vernetzt sind. Vereine mobilisieren ihre Mitglieder, und plötzlich gewinnt der Vorschlag mit der besten Kampagne – nicht unbedingt der mit dem größten Nutzen. Wir haben deshalb zwei Dinge geändert. Erstens wird das Budget seit dem dritten Jahr auf die Stadtteile aufgeteilt, und zwar nicht gleichmäßig: Viertel mit niedrigerem Durchschnittseinkommen erhalten einen größeren Anteil. Zweitens gehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inzwischen selbst hinaus – auf Wochenmärkte, in Schulen, in Moscheegemeinden und Seniorentreffs – und sammeln dort Vorschläge direkt im Gespräch. Hat sich der Aufwand gelohnt? Eine Untersuchung der örtlichen Hochschule kommt zu einem gemischten Ergebnis. Die Wahlbeteiligung ist bei der letzten Kommunalwahl nur leicht gestiegen – den großen Durchbruch hat der Bürgerhaushalt da also nicht gebracht. Deutlich gewachsen ist aber das Vertrauen in die Verwaltung, und zwar gerade bei denjenigen, deren Vorschlag nicht gewonnen hat. Offenbar ist es den Menschen wichtig, ernst genommen zu werden, auch wenn sie am Ende nicht recht bekommen. Mein Rat an Kommunen, die so etwas planen, lautet daher: Fangen Sie klein an, aber versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können. Ein Vorschlag, der gewinnt und dann drei Jahre lang nicht umgesetzt wird, richtet mehr Schaden an, als wenn man es nie versucht hätte. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit – ich freue mich auf Ihre Fragen.
24 Lindenfeld hat den Bürgerhaushalt eingeführt, weil …
25 Wer darf beim Bürgerhaushalt mitmachen?
26 Was sagt der Redner über die Mitarbeitenden der Verwaltung?
27 Bei den eingereichten Vorschlägen handelt es sich größtenteils um …
28 Welches Problem nennt der Redner?
29 Wie wurde das Verfahren verändert?
30 Was hat die Untersuchung der Hochschule ergeben?
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